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Gebetsliturgie

Zeit zum Gebet, der Stille, der Stärkung und Hoffnung
Liturgie für die kleine Hausandacht im August

„Er gibt den Müden Kraft und Stärke genug dem Unvermögenden…. Die auf den HERRN harren, kriegen neue Kraft, dass sie auffahren mit Flügeln wie Adler, dass sie laufen und nicht matt werden, dass sie wandeln und nicht müde werden.“ (Jesaja 40,29.31)

 
Liebe Mitbetende

Endlich Sommer! Endlich Ferien: Sonnenschein und freie Zeit, der Duft von frisch geschnittenem Heu und Lindenblüten, ein erfrischendes Gewitter und vieles mehr. All das gehört zum Monat Juli und zum Sommer. Sommerzeit ist gnädige Zeit, ist Leichtigkeit und Lebensfreude. Die Tage ausklingen lassen, ihre Schönheit geniessen auf der Terrasse oder im Garten am Abend. Am nächsten Morgen die Frische einatmen, die sich über Nacht breit gemacht hat und die Kühle ins Haus lassen.
Herrlich!
 
Zum Sommer gehört für mich aber auch das Lied von Paul Gerhard: «Geh aus mein Herz und suche Freud». Ich bin überzeugt: Auch dieser Sommer ist ein „Sommer der Gnad“ und voller Gottesspuren … Grüne Wiesen, Bäume voller Laub, Blumen wie Salomonis Seide, Konzerte von Vogelgesang und summenden Bienen…
Und dies obwohl sich ein „Aber“ durch die Strophen des Liedes und durch den Sommer zieht. Traurigkeit über verlorene Tage für diejenigen, die Sommerferien an fernen Orten geplant haben. Schmerzvolle Erinnerungen an Monate, in denen persönliche Begegnungen fehlten, an die alleingelassenen Eltern, nahe Angehörige. Und trotzdem: Die Schwalben jagen durch die Luft, der Lavendel blüht und duftet, Sommergewitter ziehen übers Land. Es ist Sommer. Ein Sommer, in welchem viele Menschen Trost brauchen.
 
Paul Gerhardt lädt uns ein. Oder besser: Wir selbst müssen uns einladen. Welche Bilder sammeln wir, die bedeutsam und tröstend sind? Paul Gerhardt und die Menschen seiner Zeit dachten bei dem Wort „Schwalbe“ nicht nur an den Zugvogel, sondern auch daran, dass die Schwalbe ein Bild für Christus ist. Die nistende Schwalbe ist in der Bibel Sinnbild für die Geborgenheit des Gottsuchers bei Gott (Ps 84,4), ihr Zwitschern ein Bild für inniges Beten (Jes. 38,14). Paul Gerhardt lenkt unseren Blick auf die Schafe und ihre Hirten. „Ich bin der gute Hirte“ lesen wir im Johannesevangelium. „Und die Schafe kennen meine Stimme und sie folgen mir und ich gebe ihnen das ewige Leben.“
 
Die Natur ist wahrlich nicht nur voller Harmonie, auch das Covid-19 ist ein Teil der Natur. Aber die Schöpfung kann uns in die Schönheit des Lebens einführen und zugleich für unsere Endlichkeit sensibilisieren. Wir gehen hinaus und schicken unser Herz auf die Suche. Wir ermuntern uns selbst: Geh! Die sommerliche Veränderung beginnt mit einer Selbstaufforderung. Aufbrechen und eigene Sommerbilder suchen. Tröstende Bilder. Hoffnungsvolle.
 
Ich lade Sie ein, in diesen Sommerwochen die Welt mit wachen Sinnen zu entdecken und den Rat von Paul Gerhard zu befolgen: „Geh aus mein Herz und suche Freud!“. Vielleicht finden Sie diese Freude in den rauschenden Kornfeldern oder im Tanz der Mücken im kühlen Schatten des Waldes. Vielleicht singen Sie dann das Lied von Paul Gerhard und vielleicht nehmen Sie Papier und Farben zur Hand und beginnen zu malen. Vielleicht…
Es gibt viele Facetten wie Gott uns Freude schenkt, denn Gottes Segen fliesst vom Himmel auf alles, was ist.
 
Und vielleicht gönnen Sie sich dann eine Viertelstunde um, Gott zu Loben und ihm zu Danken. Diese kleine Andacht hilft Ihnen dabei!
 
Ich wünsche Ihnen schöne und gesegnete Sommertage!
 
Mit herzlichem Gruss
Ihre Pfrn. Nadine Hassler Bütschi

Einstimmung


Es ist (Morgen / Mittag / Abend / …).
Ich bin hier in diesem Raum und halte inne.
Gebetspause.
Ich räume Dir Gott Raum ein - jetzt.
Ich lege vor Dir Gott, was in mir ist – an Not und Schmerz und Leid und Stress und Langweile…
Ich räume alles weg von meinem Herz und aus meinem Kopf, was mir im Weg steht, um Dir Gott zu begegnen.
Ich bin hier. Einfach hier.
In Gottes Namen.
Amen
 
Eine Kerze anzünden 

Am Anfang, ganz am Anfang als alles noch dunkel war, sprach Gott:
Es werde Licht.
Und es ward Licht.
 
Eine Kerze wird angezündet.
 
Am Anfang, als alles noch lautlos war, war das Wort bei Gott.
Und was Gott war, war im Wort.
 
Eine Bibel wird geöffnet und auf den Tisch gelegt.
 
Als die Zeit erfüllt war, sandte Gott seinen Sohn.
Er kam zu uns. Er wurde einer von uns.
 
Ein Kreuz wird hingestellt.
 
Am Anfang dieses Tages/In der Mitte dieses Tages / Am Abend dieses Tages sammle ich meine Gedanken und Gottes Licht, Wort und Kreuz.

Lied «Geh aus mein Herz» / KGB 537

(Das Lied singen, laut lesen oder auf «YouTube» hören).

1) Geh aus, mein Herz, und suche Freud
in dieser lieben Sommerzeit
an deines Gottes Gaben;
schau an der schönen Gärten Zier
und siehe, wie sie mir und dir
sich ausgeschmücket haben,
sich ausgeschmücket haben.
 
2) Die Bäume stehen voller Laub,
das Erdreich decket seinen Staub
mit einem grünen Kleide;
Narzissus und die Tulipan,
die ziehen sich viel schöner an
als Salomonis Seide,
als Salomonis Seide.
 
3) Die Lerche schwingt sich in die Luft,
das Täublein fliegt aus seiner Kluft
und macht sich in die Wälder;
die hochbegabte Nachtigall
ergötzt und füllt mit ihrem Schall
Berg, Hügel, Tal und Felder,
Berg, Hügel, Tal und Felder.

Ein Psalmgebet


(Hier sind nur einige Sätze aus dem Psalter zu finden. Natürlich kann man auch den ganzen Psalm lesen).»
 
Aus Psalm 34 Neue Genfer Übersetzung
Kommt, wir verkünden gemeinsam, wie groß der Herr ist!
Lasst uns miteinander seinen Namen rühmen!
Als es mir schlecht ging, rief ich zum Herrn.
Er hörte mich und befreite mich aus aller Not.
Der Engel des Herrn lässt sich bei denen nieder,
die in Ehrfurcht vor Gott leben,
er umgibt sie mit seinem Schutz und rettet sie.
Erfahrt es selbst und seht mit eigenen Augen,
dass der Herr gütig ist!
Glücklich zu preisen ist, wer bei ihm Zuflucht sucht.
Amen.

Ein Gebet zum Durchatmen


Gott, deinen Namen will ich singen. Dir entspringt mein Leben.
Aus deiner Schöpfung schöpfe ich, schöpfe meine Kraft.
In deiner Sonne blühe ich.
In deinem Boden wurzle ich.
Aus dir ziehn meine Sinne Saft.
Deine Farben färben mich.
Deine Schatten schlagen mich. Dein langer Atem schafft mir Luft.
In deine Nacht verkriech ich mich, ruhe aus und träume.
Dein Morgen weckt mich auf, spannt meinen Willen an.
Dein Wille setzt voraus. Ich setze nach
und tue, was ich kann.
Dein Abendrot führt mich in Weiten, ich ahne meine Zeit.
Die Dunkelheit führt mir beizeiten dein Amen vor,
die unbekannte Ewigkeit.
Gott, deinen Namen will ich singen – und dann zu guter Letzt
versteck den meinen
in deinem großen weiten Kleid.
Amen.

Friedrich Karl Barth

Lied «Geh aus mein Herz» / KGB 537


1)  Die Glucke führt ihr Völklein aus,
der Storch baut und bewohnt sein Haus,
das Schwälblein speist die Jungen,
der schnelle Hirsch, das leichte Reh
ist froh und kommt aus seiner Höh
ins tiefe Gras gesprungen,
ins tiefe Gras gesprungen.
 
2)  Die Bächlein rauschen in dem Sand
und malen sich an ihrem Rand
mit schattenreichen Myrten;
die Wiesen liegen hart dabei
und klingen ganz vom Lustgeschrei
der Schaf und ihrer Hirten,
der Schaf und ihrer Hirten. 
 
3)  Die unverdroßne Bienenschar
fliegt hin und her, sucht hier und da
ihr edle Honigspeise;
des süßen Weinstocks starker Saft
bringt täglich neue Stärk und Kraft
in seinem schwachen Reise,
in seinem schwachen Reise.
 
4)  Der Weizen wächset mit Gewalt;
darüber jauchzet jung und alt
und rühmt die große Güte
des, der so überfließend labt
und mit so manchem Gut begabt
das menschliche Gemüte,
das menschliche Gemüte.

Bibellektüre

(Leseplan der Schweizerischen Bibelgesellschaft)

Die Bibel mit einem Blatt Papier lesen – Stichworte aufschreiben.
Darüber nachdenken, die Gedanken aufschreiben.

07.07.   1 Kön 16,29 - 17,6
08.07.   1 Kön 17,7 - 16
09.07.   1 Kön 17,17 - 24
10.07.   1 Kön 18,1 - 24 
11.07.   1 Kön 18,25 - 46
12.07.   Psalm 73
13.07.   1 Kön 19,1 - 18
14.07.   1 Kön 19,19 - 21
15.07.   1 Kön 21,1 - 16
16.07.   1 Kön 21,17 - 29
17.07.   1 Kön 22,1 - 23
18.07.   1 Kön 22,24 - 40
19.07.   Psalm 89, 20-53
20.07.   Mi 1, 1-16
21.07.   Mi 2, 1-13
22.07.   Mi 3, 1-12
23.07.   Mi 4, 1-8
24.07.   Mi 4, 9-5, 4a
25.07.   Mi 5, 4b - 14
26.07.   Psalm 51
27.07.   Mi 6, 1-16
28.07.   Mi 7, 1-7
29.07.   Mi 7, 8-20
30.07.   Mk 4, 1-9
31.07.   Mk 4, 10-20

01.08.   Mk 4, 21-25
02.08.   Psalm 139
03.08.   Mk 4, 26-29
04.08.   Mk 4, 30-34
05.08.   Mk 4, 35-41
06.08.   Mk 5, 1-20
07.08.   Mk 5, 21-34

Stille

Gebet am Anfang des Tages / in der Mitte des Tages / am Ende des Tages für andere

Am Morgen:
Gott, ich danke dir für die Ruhe der Nacht, für die Stunden des Schlafs
und der Träume.
Öffne du mich heute für die Menschen, die mir begegnen.
Ich gehöre zu ihnen.
Zeige du mir heute die Menschen, die mich brauchen.
Ich bin nicht allein.
Gott, sei du uns nahe und richte uns auf.
Geh mit uns, Schritt für Schritt, durch diesen Tag.
(Lutherischer Weltbund)
 
Am Mittag:
In der Mitte des Tages beten wir zu Dir.
Die Sonne steht hoch am Himmel.
Sie bescheint uns alle. Alle gleich.
Der Himmel steht offen. Für uns alle.
Wir sind verbunden unter diesem einen Himmel.
Und bitten Dich, Himmlischer:
Sende Deine Strahlen hinein in das, was dunkel ist gerade.
Wir bitten: Reiß den Himmel auf und hilf - denen, die helfen; denen, die nicht ein und aus wissen; uns.
In der Mitte des Tages beten wir zu Dir
Und legen alles, was in uns wohnt
In das Gebet, das wir von Herzen kennen:
 
Am Abend (Luthers Abendsegen) (
Ich danke dir, mein himmlischer Vater,
durch Jesus Christus, deinen lieben Sohn,
dass du mich diesen Tag gnädiglich behütet hast, und bitte dich,
du wollest mir vergeben alle meine Sünde, wo ich Unrecht getan habe,
und mich diese Nacht auch gnädiglich behüten.
Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in deine Hände.
Dein heiliger Engel sei mit mir, dass der böse Feind keine Macht an mir finde.

Unser Vater


Wir rufen Dich an mit den Worten, die Jesus uns
geschenkt hat:
  
Unser Vater im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
Wie auch wir vergeben unsern Schuldigen.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft
und die Herrlichkeit in Ewigkeit.
 
Amen.

Lied «Geh aus mein Herz» / KGB 537

(Das Lied singen, laut lesen oder auf «YouTube» hören»)


1) Ich selber kann und mag nicht ruhn,
des großen Gottes großes Tun
erweckt mir alle Sinnen;
ich singe mit, wenn alles singt,
und lasse, was dem Höchsten klingt,
aus meinem Herzen rinnen,
aus meinem Herzen rinnen.
 
2) Ach, denk ich, bist du hier so schön
und läßt du's uns so lieblich gehn
auf dieser armen Erden:
was will doch wohl nach dieser Welt
dort in dem reichen Himmelszelt
und güldnen Schlosse werden,
und güldnen Schlosse werden!
 
3) Welch hohe Lust, welch heller Schein
wird wohl in Christi Garten sein!
Wie muß es da wohl klingen,
da so viel tausend Seraphim
mit unverdroßnem Mund und Stimm
ihr Halleluja singen,
ihr Halleluja singen.
 
4) O wär ich da! O stünd ich schon,
ach süßer Gott, vor deinem Thron
und trüge meine Palmen:
so wollt ich nach der Engel Weis
erhöhen deines Namens Preis
mit tausend schönen Psalmen,
mit tausend schönen Psalmen.
 
5) Doch gleichwohl will ich, weil ich noch
hier trage dieses Leibes Joch,
auch nicht gar stille schweigen;
mein Herze soll sich fort und fort
an diesem und an allem Ort
zu deinem Lobe neigen,
zu deinem Lobe neigen.
 
6) Hilf mir und segne meinen Geist
mit Segen, der vom Himmel fleußt,
daß ich dir stetig blühe;
gib, daß der Sommer deiner Gnad
in meiner Seele früh und spat
viel Glaubensfrüchte ziehe,
viel Glaubensfrüchte ziehe.
 
7) Mach in mir deinem Geiste Raum,
daß ich dir werd ein guter Baum,
und laß mich Wurzel treiben.
Verleihe, daß zu deinem Ruhm
ich deines Gartens schöne Blum
und Pflanze möge bleiben,
und Pflanze möge bleiben.
 
8) Erwähle mich zum Paradeis
und laß mich bis zur letzten Reis
an Leib und Seele grünen,
so will ich dir und deiner Ehr
allein und sonsten keinem mehr
hier und dort ewig dienen,
hier und dort ewig dienen.

Segen


Gott segne uns und behüte uns.
Gott lasse dein Angesicht leuchten über uns und sei uns gnädig.
Gott erhebe dein Angesicht auf uns und gebe uns Frieden.
Amen

Oder am Abend:
 
Die Nacht ist die Decke deines Friedens, Gott,
der Rhythmus deiner Ruhe für alle Menschen.
Die Nacht ist der Mantel deiner Freundlichkeit, Gott,
die Wärme deiner schützenden Hand rings um die Erde.
In ihrer Dunkelheit liegen die Zeichen der Ewigkeit verborgen,
die andauernde Lebendigkeit deiner Liebe.
Voller Vertrauen auf dich legen wir diesen Tag zurück in deine Hand.
Im Vertrauen auf dich legen wir die Sorgen dieses Tages beiseite.
In unserem Schlaf sei du unser Begleiter.
In unserem Erwachen sei du das Geschenk des neuen Tages.
Geht in Frieden.
Gott gehe mit dir.
Jesus Christus
nehme dich an die Hand und der Heilige Geist
sei deine Decke
und umhülle dich.
 
Amen



Die Kerze löschen und frisch gestärkt weitergehen!