Spannender Seniorennachmittag mit dem Webereimuseum Schmiedrued
Einblick in die Geschichte der Bändelweberei im Ruedertal
Der Seniorennachmittag vom 11. November erfreute sich grosser Beliebtheit: Zahlreiche Seniorinnen und Senioren fanden sich ein, um einen besonderen Einblick in ein Stück Ruedertaler Geschichte zu erhalten.
Kuno Matter und Maja Güdel vom Webereimuseum Schmiedrued verstanden es ausgezeichnet, ihre Zuhörerschaft mit spannenden Geschichten und anschaulichen Erklärungen zu fesseln.
Bis 1975 wurden im Ruedertal in Heimarbeit Bänder gewoben – sogenannte „Bändeli“, die für Schuhe, Hüte, Bordüren von Hosen und Kleidern oder gar als Abschluss von Böden verwendet wurden. Sogar Schreibmaschinen erhielten ihre Bänder aus der Region. Die Arbeit erfolgte meist im Winter und war echte Familienarbeit: Grosseltern, Eltern und Kinder – alle konnten etwas beitragen.
Das Museum in Schmiedrued verfügt noch heute über intakte, funktionstüchtige Webstühle. Gerade darin liegt der besondere Charme des Hauses: Hier wird Geschichte nicht nur gezeigt, sondern tatsächlich erlebbar gemacht. Die Weberei war einst ein wichtiger Zusatzverdienst im Tal – eine geniale Idee, die ab 1911 sogar zur Elektrifizierung des Ruedertals führte, eigens für den Betrieb der Posamenterei.
Einige der Seniorinnen und Senioren erinnerten sich beim Vortrag lebhaft an die Webstühle ihrer Kindheit. So wurde der Nachmittag zu einer lebendigen Zeitreise – voller Erinnerungen, Begegnungen und Geschichten aus einer fast vergessenen Epoche.
Abgerundet wurde der Anlass mit einem feinen Zvieri und angeregten Gesprächen in gemütlicher Runde – ein Nachmittag, der Gemeinschaft und Geschichte auf wunderbare Weise verband.