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Zmörgele im Kirchgemeindehaus

Donnerstag, 31. Juli 2019, 9.00 Uhr


Darf die Kirche politisch sein? Nein, sagen die einen. Denn die Kirche muss Kirche sein für alle Menschen, unabhängig zu welcher politischen Überzeugung sie gehören. Ja, sagen die anderen. Denn das Evangelium Jesus Christi ist eine politische Aussage. Die Menschenrechte, die Würde des Menschen, die Bewahrung der Schöpfung sind keine politische Erfindungen, sondern wurzeln in der Bibel, in der Schöpfungsgeschichte und in der Bergpredigt. 

Im Juli und August begegnen wir zwei Theologen des 20. Jahrhunderts, die das Gesicht der Kirche nachhaltig geprägt haben: Karl Barth und Dietrich Bonhoeffer. Der Schweizer und der Deutsche, die sich beide für den Frieden und für die Gerechtigkeit eingesetzt haben. Karl Barth und Charlotte von Kirschbaum – Als junger Pfarrer in Safenwil legte Barth den Römerbrief aus und revolutionierte damit das damalige Gottesbild radikal: Gott sei der „ganz Andere“, schreibt er, der den Menschen permanent infrage stelle und eine elementare Krisis aller menschlichen Kultur bewirke. Jesus Christus überbrücke zwar die Distanz zwischen Gott und Mensch, aber so, dass er sie gerade unterstreicht. Karl Barth setzte sich mit der Bergpredigt für die Fabrikarbeiter ein, lehnte sich laut und öffentlich gegen den Nationalsozialismus auf und führte mit seiner Frau und seiner Schülerin eine „ménage à trois“. Ihn wollen wir im Juli etwas näher kennenlernen.


Mit Pfrn. Nadine Hassler Bütschi